Direkt zum Hauptbereich

Das Vergangene ist nicht tot..“ Christa Wolf

 


es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd.“

  Christa Wolf , Kindheitsmuster 

Das Vergangene ist nicht tot. Es steckt in uns drin, lebt mit und über uns weiter. Geschichtliche Ereignisse hinterlassen ihre Spuren in Menschen, werden an nachfolgende Generationen weitergeben. Manches wird erzählt, anderes nur angedeutet oder verschwiegen. Wertvorstellungen, Kategorien, Ideen und Handlungsmuster werden in großem Maße auch durch das nicht Besprochene und das nicht selbst Erlebte bestimmt. Das Vergangene sitzt in uns, ist Teil von uns, ob wir wollen oder nicht. Dabei fühlt sich Geschichte oft abgeschlossen und selbst Neuste Geschichte weit weg 

https://diepluralisten.de/das-vergangene-ist-nicht-tot/


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

JETZT BIN ICH RAUS,JETZT. Jürgen Fuchs

Jetzt bin ich raus,jetzt kann ich erzählen Wie es war Aber das  Läßt sich nicht erzählen Und wenn Müßte ich sagen Was ich verschweige Zum Beispiel Daß ich am 17.12.1976 in meiner Zelle saß Mit dem Rücken zur Tür Und weinte Weil ich am Vormittag das Angebot abgelehnt          hatte Mit ihnen zusammenzuarbeiten Und du weißt  Was es heißt,mit ihnen zusammenzuarbeiten    (aus Jürgen Fuchs "Tagesnotizen/ Gedichte")                                                 Jürgen Fuchs war im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen in den Zellen 111, 117,306 und 332 in Haft. http://www.youtube.com/watch?v=k_FXbavByOw

"Freiheit und Verantwortung sind eng miteinander verbunden". Gino Kuhn

  " Als ich kurz nach meiner Verhaftung  im Oktober 1975 in diese Gruft, der Untersuchungshaft der Cottbuser Staatssicherheit  ( MfS) am Spreeufer hinter dem Amtsgericht, gestoßen wurde, war alles,  woran ich in Freiheit geglaubt habe, wie ausgelöscht....... Die Zelle  war mit einer Glühbirne schwach beleuchtet. Tageslicht suchte sich seinem Weg durch schmutzige Glasbausteine. Einen Blick nach draußen gab es nicht. Die Zelle war ca. 2x3 Meter klein. Der Boden war mit einer dunkelroten Farbe und die Wände mit einem fleckigen Dunkelgrün gestrichen. Den Boden musste ich regelmäßig mit einem Lappen unter meinen Füßen reinigen. Die Luft war schlecht. Auf der Holzpritsche lag eine modrige Matratze mit einer grauen Decke, auf der ich tagsüber eh nicht liegen dürfte. In der Ecke stand der Metallkübel als Toilette, den ich selber in einem dafür vorgesehenen Raum reinigen musste. Ein kleiner Schemel und in der Wand befestigter Tisch. Kein Waschbecken, kein Wasser. Durch d...

"Ein Kubaner in den Fängen der Stasi". Gedächtnisnotizen # 1

#Gedächtnisspuren  11.3.1987 Während der Fahrt sprach niemand mit dem Festgenommenen. Der Stasi-Mann zu seiner Linken starrte ihn die ganze Zeit an. Der andere "Begleiter"hielt die Handschellen bereit. Irgendwann bog der zweite Wagen, der vorausgefahren war, rechts ab und fuhr in ein Waldstück. Der andere Wagen folgte. Alle "Begleiter" stiegen aus. Der Festgenommene blieb etwa fünf Minuten allein im Auto, bis jemand die Tür öffnete und ihm befahl, auszusteigen.  ( FOTO : Gemini)  Es war bereits dunkel. Die Scheinwerfer des Wagens waren aus. Sie schalteten ihre Taschenlampen ein und leuchteten damit auf den Kubaner, der vor Angst zitterte. "Ziehen Sie sich aus!", lautete der Befehl. Die erste Leibesvisitation fand im Freien statt.“