Lektüre(n) gegen das Vergessen ist ein Projekt der Arbeitsgruppe
"Demokratie für Kuba-Berlin"

sábado, 25 de marzo de 2017

"Mein Dissidentensein auf Kuba". Juan Adolfo Fernández Saínz/Teil I


Die Verhaftung:

"Am 19.März 2003 kam ich um 18.00 Uhr nach Hause.Fünf Minuten später klingelte die Polizei bei mir.Es war eine Armee von Sicherheitsbeamten in grüner Uniform. Der Anführer zeigte mir sein Abzeichnen und sagte, sie würden nun mein Haus durchsuchen.Am Vortag hatte ich schon gehört, dass viele meiner Kameraden festgenommen worden waren, und so ich erwartete das Schlimmste....Die Durchsuchung und Befragung dauerten bis 2.00 Uhr früh....Sie beschlagnahmten viele meiner Bücher,meine Schreibmaschine, ein kleines Tonbandgerät mit Kassetten....Aber sie konnten keine Waffen oder Drogen finden oder sonst etwas illegales, sie fanden nur das was ich gelesen und geschrieben hatte...Als sie mich wegbrachten, wurde ich in Handschellen gefesselt und in einen Streifenwagen der Staatssicherheit gesetzt. Ich wurde zur Villa Marista gebracht, den Sitz der kubanischen politischen Polizei...."

Quelle:Auszug aus Menschenrechte 3-4 2010
 Juan Adolfo Fernández wurde 2003 verhaftet, zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt und 2010 nach Spanien ausgewiesen. Der ehemalige Dolmetscher der Regierung veröffentlichte, als freier Journalist, kritische Artikel über die Lage in Kuba.

http://www.deutschlandfunk.de/zehn-jahre-nach-dem-schwarzen-fruehling-auf-kuba.799.de.html?dram:article_id=242153

viernes, 24 de febrero de 2017

"Die Solistin". Edda Schönherz





Die ehemalige politische Gefangene Edda Schönherz während einer Führung duch die Gedenkstätte
Berlin-Hohenschönhausen

 "Kilometer für Kilometer komme ich meinem Knast näher.Der Verwahrungsanstalt, wie man es in der DDR nannte.Wo wird das sein? Ich weiß zu diesem Zeitpunkt rein gar nichts. Wohin geht es jetzt? Was wird mich Neues erwarten? Was wird mir noch alles bevorstehen? Unser kleiner Trupp ist angekommen.
Es wird uns "befohlen" einen vorgeschriebenen Weg zu gehen. Es ist rein weibliches Wachpersonal.......Die Gruppe wird noch einmal in Minnas verladen.Es geht eine Anhöhe hinauf.Eine alte Burg wird sichtbar. In dieser Burg werde ich wohl hoffentlich nicht die ganzen kommenden 2,5 Jahre verbringen müssen, denke ich .....Wir steigen aus"

Mit freundlicher Genehmigung von Edda Schönherz 

https://www.amazon.de/Die-Solistin-Roman-Deutschland-wollte/dp/3000385622


viernes, 23 de diciembre de 2016

Die DDR, ein Unrechtsstaat?Das Feuer wurde auf die Grenzverletzer eröffnet...

HA I/Abwehr                                                                            B,den 04.03.65


                     Abschlußbericht über verhinderten Grenzdurchbruch am o4.03.1965
                     durch Anwendung der Schußwaffe mit tödlichen Ausgang



"Am 04.03.1965 gegen 01.30 Uhr versuchten die Grenzverletzer XXXXXXX und XXXXXX die Staatsgrenze nach Westberlin zu durchbrechen und lösten ein Signalgerät aus......PostenXXX sah wie sich zwei  weiß bekleidete Personen in Richtung Staatsgrenze bewegten......Durch beide Grenzposten wurde das Feuer auf die Grenzverletzer eröffnet......Er sah zwei Personen weiß bekleidet liegen....und rief diese und forderte sie auf zurückzukommen und gleichzeitig feststellte, daß es ich um eine weibliche Person handelte, die sich bewegte forderte er sie nochmals auf. Diese gab zur Antwort daß sie nicht könne und eingeklemmt sei....Auf ihren  Beinen lag der zweite Grenzverletzer,eine männliche Person völlig regungslos.....Feldwebel XXX begab sich zur männlichen Person und stellte fest,daß keine Atmung und kein Puls vorhanden war und die Person ihren Verletzungen erlegen war.....Gegen 05.00 Uhr wurde dann auch die Leiche zur Grenzkompanie übergeführt.....Das Verhalten der Grenzposten entsprach voll und ganz den Dienstvorschriften....Die Genossen besonders der Feldw.XXX handelten entschlossen und entsprechend ihrem Kampfbefehl....Feldw. XX verschoß 51 Patronen, Uffz.XXX verschoß 30 Patronen,Gefr.XXX verschoß 58 Patronen, Sol.XXX verschoß 60 Patronen...Insgesamt wurden in kurzen Feuerstößen 199 Patronen verschoßen.....Die an der Verhinderung des Grenzdurchbruches beteiligten Grenzposten wurden mit der Medaille für vorbildlichen Grenzdienst ausgezeichnet......"
Quelle: Stasi-Bericht/Mfs BStU HA l

miércoles, 30 de marzo de 2016

"Der Tag, an dem uns Vater erzählte, dass er ein DDR-Spion sei".Thomas Raufeisen


22. Januar 1979: Das Leben des 16-jährigen Thomas Raufeisen fällt wie ein Kartenhaus zusammen. Auf einer überstürzten Flucht aus Hannover in die DDR erfährt er vom Vater,dass dieser seit 22 Jahren als Stasi-Spion in der Bundesrepublik eingesetzt ist. Das Leben der Familie in Westdeutschland war nur Fassade.Was die Familie nach der Flucht über die Grenze erwartet, beschreibt Thomas Raufeisen in seinem erschütternden Bericht.
                                           Thomas Raufeisen /Gedenkstätte Berlin_Hohenschönhausen
                                            Foto: JGVazquez

"In Namen des Volkes: Der Angeklagte Raufeisen, Thomas wird wegen vollendeter und versuchter landesverräterischer Agententätigkeit und wegen versuchten und vorbereiteten ungesetzlichen Grenzübertritt im schweren Fall zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt.."

"Drei Jahre.Es hämmerte in meinem Kopf. Drei Jahre sind,von heute aus betrachtet,eine nicht allzu lange Spanne.Drei Jahren waren für mich, den damals 20-Jährigen, eine Ewigkeit...."

https://www.herder.de/leben-shop/der-tag,-an-dem-uns-vater-erzaehlte,-dass-er-ein-ddr-spion-sei-gebundene-ausgabe/c-28/p-1686/

 https://www.youtube.com/watch?v=eq7WtMSQuN8


"Gefangen mit Buddha".Mischa Naue

                                         Mischa Naue in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
                                         Foto: M.Naue  http://www.mischa-naue.de/
        http://www.ddr-zeitzeuge.de/ddr-zeitzeugen-recherchieren/ddr-zeitzeuge/michael-naue-510.html

"...Trotz geschwollener Augen erkannte ich eine Eisenpritsche. Die Matratze fehlte. Die Wärter zerrten mich auf die Liegefläche. Auf meine Gegenwehr folgten Schläge.Sie schlossen mir Ketten um Hand- und Fußgelenke. Ich lag auf dem Rücken. Kam nicht mehr los. War fixiert. Die Tür in Blickrichtung. Eine Reihe gläserne Mauersteine am Kopfende. Darüber ein Lüftungsschacht. Ich spürte einen kalten Wind am Kopf.Noch konnte ich nicht glauben, was mir gerade widerfuhr. Ein Grusel, eine Ahnung von etwas Unheilvollem, von Ausgeliefertsein machte sich in mir breit. Ungewissheit. Stunden der Dunkelheit. Langsam begriff ich meine Lage. Meine Machtlosigkeit. Ich musste wütend weinen. Weinen wechselte mit zornigen Schwüren. Die Schweine verprügeln. Vor Gericht schleppen. Einsperren.Zeitlosigkeit. Das Bedürfnis, auf Toilette gehen zu wollen. Warten. Kein Laut....."


Mischa Naue, geboren 1963 in Ost-Berlin, wollte sich bereits als Jugendlicher nicht den Zwängen der sozialistischen Gesellschaft fügen. Er geriet frühzeitig in Konflikte mit staatlichen Autoritäten: öffentliche Tadel und Drangsalierungen der Lehrer prägten seinen Schulalltag. Frühzeitig musste er die Schule verlassen und als 14-Jähriger eine Lehre als Gleisbauer beginnen. Durch Ausübung seiner buddhistischen Lebensanschauung geriet er ins Visier der Staatssicherheit.

lunes, 1 de junio de 2015

"An die Zukunft denkend, darf man die Vergangenheit nicht vergessen"WłADYSłAW BARTOSZEWSKI

"An diesem Montag hätte er an den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen teilnehmen sollen. Das Redemanuskript dazu lag fertig da, als der Rettungswagen vorfahren musste. "An die Zukunft denkend, darf man die Vergangenheit nicht vergessen", las Polens Premierministerin Ewa Kopacz bei dem Treffen in Warschau dann aus der Rede vor"

 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-134762549.html



Zeitzeuge, Vorbild, VersöhnerWladyslaw Bartoszewski gestorben

Der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski ist tot. Trotz seines hohen Alters von 93 Jahren kam die Todesnachricht überraschend. Entsprechend groß ist die Trauer.

 http://www.n-tv.de/politik/Wladyslaw-Bartoszewski-gestorben-article14979201.html

jueves, 2 de mayo de 2013

Gisela Gneist/Günther Heydemann: "Allenfalls kommt man für ein halbes Jahr in ein Umschulungslager"

Ich habe Gisela persönlich kennengelernt und ihr Mut hat mich inspiriert und beeindruckt. Sie wurde, als sie 15 Jahre alt war, verhaftet und wegen "bewaffneten Aufstandes gegen die Sowjetunion" zu 10 Jahren Arbeits-und Erziehungslager verurteilt. 2004 schenkte sie mir das Buch.Wir telefonierten mehrmals  und  wollten uns wieder in Berlin treffen.Sie starb leider 2007.


"Für Jorge Vazquez mit allen guten Wünschen insbesondere, dass seine Heimat bald von der kommunistischen Gewaltherrschaft befreit wird"
Berlin, 6.11.2004
Gisela Gneist
(Aus der Buchwidmung) 

 

Gisela Dohrmann(Gisela Gneist) über die mehr al vierjährige Haft


"In den GPU-Kellern gab es Schläge  mit der Peitsche und anderen Gegenständen während der nächtlichen Verhöre, Schlaf- und Essensentzug, Wassersuppe, keine Waschmöglichkeit, verdreckte Kellerzellen ohne Tageslicht, Ungeziefer, nackte Holzpritschen, keine Decken. Besuche waren unmöglich"......"In Alt-Strelitz waren wir in Gefängniszellen eingesperrt. Wassersuppe und trockenes Brot bildeten unsere Verpflegungsrationen. Seit der Verhaftung besaßen wir keine Möglichkeiten,unsere Kleidung zu waschen. Karzerstrafen waren an der Tagesordnung. Gelegentlich bestand eine Arbeitsmöglichkeit, zum Beispiel das Saubermachen  bei den Offizieren und der Wachmannschaft, die allerdings durch die ständigen Belästigungen- auch außerhalb der Arbeit-unerträglich wurde. Außerdem waren in diesem Zusammenhang entwürdigende Untersuchungen im Lazarett an der Tagesordnung"..."In Sachsenhausen waren wir in der II. Zone in Baracken eingesperrt. Ab November 1946 wurde die Verpflegung halbiert, 300 Gramm Brot und Wassersuppe...."

Aus: Gisela Gneist/Günther Heydemann "Allenfalls kommt man für ein halbes Jahr in ein Umschulungslager".Nachkriegsunrecht an Wittenberger Jugendlichen.
Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Lager Sachsenhausen 1945-1950 e.V
ISBN 3-00-011007-0