Lektüre(n) gegen das Vergessen ist ein Projekt der Arbeitsgruppe
"Demokratie für Kuba-Berlin"

viernes, 23 de diciembre de 2016

Die DDR, ein Unrechtsstaat?Das Feuer wurde auf die Grenzverletzer eröffnet...

HA I/Abwehr                                                                            B,den 04.03.65


                     Abschlußbericht über verhinderten Grenzdurchbruch am o4.03.1965
                     durch Anwendung der Schußwaffe mit tödlichen Ausgang



"Am 04.03.1965 gegen 01.30 Uhr versuchten die Grenzverletzer XXXXXXX und XXXXXX die Staatsgrenze nach Westberlin zu durchbrechen und lösten ein Signalgerät aus......PostenXXX sah wie sich zwei  weiß bekleidete Personen in Richtung Staatsgrenze bewegten......Durch beide Grenzposten wurde das Feuer auf die Grenzverletzer eröffnet......Er sah zwei Personen weiß bekleidet liegen....und rief diese und forderte sie auf zurückzukommen und gleichzeitig feststellte, daß es ich um eine weibliche Person handelte, die sich bewegte forderte er sie nochmals auf. Diese gab zur Antwort daß sie nicht könne und eingeklemmt sei....Auf ihren  Beinen lag der zweite Grenzverletzer,eine männliche Person völlig regungslos.....Feldwebel XXX begab sich zur männlichen Person und stellte fest,daß keine Atmung und kein Puls vorhanden war und die Person ihren Verletzungen erlegen war.....Gegen 05.00 Uhr wurde dann auch die Leiche zur Grenzkompanie übergeführt.....Das Verhalten der Grenzposten entsprach voll und ganz den Dienstvorschriften....Die Genossen besonders der Feldw.XXX handelten entschlossen und entsprechend ihrem Kampfbefehl....Feldw. XX verschoß 51 Patronen, Uffz.XXX verschoß 30 Patronen,Gefr.XXX verschoß 58 Patronen, Sol.XXX verschoß 60 Patronen...Insgesamt wurden in kurzen Feuerstößen 199 Patronen verschoßen.....Die an der Verhinderung des Grenzdurchbruches beteiligten Grenzposten wurden mit der Medaille für vorbildlichen Grenzdienst ausgezeichnet......"
Quelle: Stasi-Bericht/Mfs BStU HA l

miércoles, 30 de marzo de 2016

"Der Tag, an dem uns Vater erzählte, dass er ein DDR-Spion sei".Thomas Raufeisen


22. Januar 1979: Das Leben des 16-jährigen Thomas Raufeisen fällt wie ein Kartenhaus zusammen. Auf einer überstürzten Flucht aus Hannover in die DDR erfährt er vom Vater,dass dieser seit 22 Jahren als Stasi-Spion in der Bundesrepublik eingesetzt ist. Das Leben der Familie in Westdeutschland war nur Fassade.Was die Familie nach der Flucht über die Grenze erwartet, beschreibt Thomas Raufeisen in seinem erschütternden Bericht.
                                           Thomas Raufeisen /Gedenkstätte Berlin_Hohenschönhausen
                                            Foto: JGVazquez

"In Namen des Volkes: Der Angeklagte Raufeisen, Thomas wird wegen vollendeter und versuchter landesverräterischer Agententätigkeit und wegen versuchten und vorbereiteten ungesetzlichen Grenzübertritt im schweren Fall zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt.."

"Drei Jahre.Es hämmerte in meinem Kopf. Drei Jahre sind,von heute aus betrachtet,eine nicht allzu lange Spanne.Drei Jahren waren für mich, den damals 20-Jährigen, eine Ewigkeit...."

https://www.herder.de/leben-shop/der-tag,-an-dem-uns-vater-erzaehlte,-dass-er-ein-ddr-spion-sei-gebundene-ausgabe/c-28/p-1686/

 https://www.youtube.com/watch?v=eq7WtMSQuN8


"Gefangen mit Buddha".Mischa Naue

                                         Mischa Naue in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
                                         Foto: M.Naue  http://www.mischa-naue.de/
        http://www.ddr-zeitzeuge.de/ddr-zeitzeugen-recherchieren/ddr-zeitzeuge/michael-naue-510.html

"...Trotz geschwollener Augen erkannte ich eine Eisenpritsche. Die Matratze fehlte. Die Wärter zerrten mich auf die Liegefläche. Auf meine Gegenwehr folgten Schläge.Sie schlossen mir Ketten um Hand- und Fußgelenke. Ich lag auf dem Rücken. Kam nicht mehr los. War fixiert. Die Tür in Blickrichtung. Eine Reihe gläserne Mauersteine am Kopfende. Darüber ein Lüftungsschacht. Ich spürte einen kalten Wind am Kopf.Noch konnte ich nicht glauben, was mir gerade widerfuhr. Ein Grusel, eine Ahnung von etwas Unheilvollem, von Ausgeliefertsein machte sich in mir breit. Ungewissheit. Stunden der Dunkelheit. Langsam begriff ich meine Lage. Meine Machtlosigkeit. Ich musste wütend weinen. Weinen wechselte mit zornigen Schwüren. Die Schweine verprügeln. Vor Gericht schleppen. Einsperren.Zeitlosigkeit. Das Bedürfnis, auf Toilette gehen zu wollen. Warten. Kein Laut....."


Mischa Naue, geboren 1963 in Ost-Berlin, wollte sich bereits als Jugendlicher nicht den Zwängen der sozialistischen Gesellschaft fügen. Er geriet frühzeitig in Konflikte mit staatlichen Autoritäten: öffentliche Tadel und Drangsalierungen der Lehrer prägten seinen Schulalltag. Frühzeitig musste er die Schule verlassen und als 14-Jähriger eine Lehre als Gleisbauer beginnen. Durch Ausübung seiner buddhistischen Lebensanschauung geriet er ins Visier der Staatssicherheit.